Ein erheblicher Teil der Parkinson-Patienten verwendet natürliche Gesundheitsprodukte wie Cannabis, Kurkuma und Kaffee, um besser mit ihren Symptomen umzugehen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass diese Verwendung weit verbreitet ist, aber auch, dass Patienten sich oft nicht ausreichend der möglichen Risiken und Wechselwirkungen bewusst sind.
Immer mehr Parkinson-Patienten suchen nach natürlichen Ergänzungen, tun dies aber nicht immer in Absprache mit ihrem Arzt.
Medizinischer Haftungsausschluss: Die Informationen in diesem Artikel dienen allgemeinen und Bildungszwecken und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie immer einen Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft bei Fragen zu Gesundheit, Medikamenten oder der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.
Was sind natürliche Gesundheitsprodukte?
Natürliche Gesundheitsprodukte sind Mittel pflanzlichen oder natürlichen Ursprungs, die Menschen zur Unterstützung ihres Wohlbefindens verwenden. Beispiele sind Kräuter, Extrakte und Nahrungsergänzungsmittel wie Cannabis, Kurkuma und Kamille.
Warum suchen Parkinson-Patienten nach natürlichen Mitteln?
Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung mit sowohl motorischen als auch nicht-motorischen Symptomen. Häufige Beschwerden sind Zittern, Muskelsteifheit, langsamere Bewegungen und Haltungsprobleme, aber auch Angst, Niedergeschlagenheit und kognitive Veränderungen. 1.
Da es keine heilende Behandlung gibt, suchen einige Patienten nach zusätzlichen Möglichkeiten, ihre Lebensqualität zu unterstützen.
Forschung zur Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Parkinson
Forscher der Université Laval analysierten Daten von 367 niederländischen Parkinson-Patienten aus der PRIME-NL-Datenbank. Die Ergebnisse wurden im Journal of Parkinson’s Disease veröffentlicht.
Wichtigste Forschungsergebnisse
- 36 % der Patienten verwendeten jemals ein natürliches Gesundheitsprodukt
- 16 % verwendeten Kaffee
- 13 % verwendeten Cannabis
- 10 % verwendeten Kurkuma
- Andere genannte Mittel waren Kamille und Mucuna pruriens
Nur 39 % der Anwender wussten, dass natürliche Nahrungsergänzungsmittel die Wirkung von Parkinson-Medikamenten beeinflussen können.
Darüber hinaus gaben 61 % an, die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nicht mit einem Arzt besprochen zu haben, während 71 % angaben, zuverlässigere Informationen erhalten zu wollen2.
Wechselwirkung mit Medikamenten: ein wichtiger Hinweis
Ein wichtiges Risiko von natürlichen Gesundheitsprodukten ist, dass sie die Wirkung von verschriebenen Medikamenten beeinflussen können. Dies gilt auch für Mittel, die als „natürlich“ oder „mild“ gelten.
Die Forscher betonen, dass eine offene Kommunikation zwischen Patient und Arzt unerlässlich ist, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu gewährleisten².
Cannabis bei Parkinson: was ist bekannt?
Eine norwegische landesweite Umfrage aus dem Jahr 2022 zeigte, dass 11 % der Parkinson-Patienten Cannabis zur Beeinflussung ihrer Symptome verwendet hatten3.
In den Vereinigten Staaten, wo Cannabis leichter erhältlich ist, liegt dieser Prozentsatz bei etwa 25 %4.
Gleichzeitig warnen Organisationen wie Parkinson’s Europe, Parkinson’s UK und die Michael J. Fox Foundation, dass es noch nicht genügend wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabis bei Parkinson gibt5.
Was sagen Experten über natürliche Produkte?
Experten weisen darauf hin, dass frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel oft wechselnde Konzentrationen an Wirkstoffen enthalten. Dadurch ist es schwierig, eine zuverlässige Dosierung oder eine vorhersehbare Wirkung festzustellen.
„Dass ein Produkt natürlich ist, bedeutet nicht automatisch, dass es sicher oder wirksam ist.“
Schlussfolgerung
Natürliche Gesundheitsprodukte werden von vielen Parkinson-Patienten als Ergänzung zur regulären Versorgung verwendet. Obwohl einige Mittel möglicherweise zur Entspannung oder zum Komfort beitragen, sind wissenschaftliche Beweise oft begrenzt.
Die Rücksprache mit einem Arzt bleibt unerlässlich, insbesondere aufgrund möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten und unklarer Dosierungen.
Häufig gestellte Fragen zu natürlichen Gesundheitsprodukten bei Parkinson
Ja. Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der Parkinson-Patienten gelegentlich natürliche Gesundheitsprodukte wie Kräuter, Nahrungsergänzungsmittel oder Cannabis verwendet, oft als Ergänzung zur regulären Versorgung.
Für die meisten natürlichen Nahrungsergänzungsmittel gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise dafür, dass sie Parkinson-Symptome nachweislich verbessern. Die Forschung läuft, aber die Ergebnisse sind oft begrenzt oder nicht eindeutig.
Einige Patienten geben an, dass Cannabis Einfluss auf Beschwerden wie Entspannung oder Schlaf hat. Es gibt jedoch noch nicht genügend klinische Beweise, um Cannabis als eine nachgewiesene Behandlung für Parkinson anzusehen.
Ja. Einige Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung von verschriebenen Parkinson-Medikamenten beeinflussen. Dies kann sowohl die Wirkung verstärken als auch verringern.
Ja. Die Rücksprache mit einem Arzt oder Spezialisten ist wichtig, bevor Sie mit natürlichen Gesundheitsprodukten beginnen, insbesondere wenn Sie Parkinson-Medikamente einnehmen.
Quellen
- Parkinsonfonds – Über Parkinson und Symptome
- Université Laval / Journal of Parkinson’s Disease – PRIME-NL-Studie zur Verwendung natürlicher Produkte
- Cannabis use in Parkinson’s disease – Nationwide online survey (Norwegen, 2022)
- Umfrage zur Verwendung von Cannabis bei Parkinson-Patienten in den Vereinigten Staaten
- Parkinson’s Europe, Parkinson’s UK, Michael J. Fox Foundation
Angebot
Sind Sie an unserem allgemeinen Sortiment interessiert? Dann schauen Sie sich unseren Shop an.